Dienstag, 14. Februar 2012

MANDELSEIFE

Diese Seife besteht aus 85% flüssigen Fetten und bestätigt nicht die allgemeine Regel, dass eine Seife mindestens 50% feste Fette enthalten muss, wobei Olivenöl als festes Fett gerechnet wird.
Außerdem habe ich trotz 15% festem Fett, das Wasser drastisch reduziert. Die Menge des Wassers liegt ganz  leicht über der Menge des Natriumhydroxides.


Rezept
  • 400 g Mandelöl-unraffiniert
  • 75 g Babassuöl unraffiniert
  • 25 g Rizinusöl raffiniert
  •  
  • 10 g Lavendelöl
  • 5 g Orangenöl 5-fach
  • 5 g Patchouliöl
  • 5 g Ingweröl
  • 5 g Seidenprotein
  • 1.5 Teelöffel Zucker
  • 1/2 Esslöffel Salz
  • 68 g NaOH – nach dem Soapcalc Seifenrechner mit 5% Überschussfett
  • 80 g destilliertes Wasser 


    Bemerkungen

    Den Seifenleim habe ich ganz wenig erwärmt, da er nicht andicken wollte.  
    Innerhalb kurzer Zeit bildete sich eine „Spur“ , und ich konnte in sechs Einzelförmchen abfüllen.
    Nach bereits drei Stunden konnte ich die Seife ausformen. Sie durchlief eine sehr schöne Gelphase, stand sie doch auch am warmen Kachelofen.

    Die Seife ist sehr hart, sehr weiß und hat mit der Vierduftmischung eine lavendelige, warme Duftnote. Sie fühlt sich sehr fein und glatt an und hat keinerlei Lufteinschlüsse.

    Eine gelungene Seife, mit der ich absolut zufrieden bin.
    Der Soapcalcrechner weist eine Pflege mit 78 von 100 Punkten auf und die Reinigung liegt bei 10 von 100 Punkten.
    Die Härte mit dem Wert unter 20 geht allerdings an der Wirklichkeit vorbei. Genau wie Olivenöl, scheint auch Mandelöl der Seife eine sehr gute Härte zu verleihen.

Dienstag, 17. Januar 2012

LIQID SOAP transparent

Das ist eine echte flüssige Seife, mit KOH gesiedet. Sie besteht aus Kokosöl, Sonnenblumenöl und Rizinusöl. Beduftet  mit leichter Zitronensüße, unterlegt mit warmen Holz- und Ambernoten. Ein typischer Männerduft, wie man ihn von vielen Parfümen kennt. Die schöne Färbung  erreicht man mit blauer Lebensmittelfarbe, die zusammen mit der leicht gelblichen Seifenleimfarbe ein schönes Türkis ergibt. Der pH Wert einer zehnprozentigen wässrigen Lösung mit dieser flüssigen Seife   beträgt 8,5.
Vor zwei Jahren habe ich nach einem Rezept von Catherine Failor gesiedet und diesmal habe ich mich an diesem Tutorial orientiert.

So sieht mein Rezept aus:

  • 200 g Kokosöl
  • 120 g Sonnenblumenöl
  • 60 g Rizinusöl
  • 120 g Melissengeist
  • 90 g KOH
  • 164 g destilliertes Wasser
  • 5 g Zitronensäure
Die fertige flüssige Seife habe ich im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt.
Mit dieser Seife wasche ich auch meine Haare. Auf eine saure Spülung kann ich verzichten. Allerdings haben wir sehr weiches Wasser mit dem Härtegrad 3.


Sonntag, 15. Januar 2012

SPIRIT OF INDIA



Diese Seife entstand gestern bei einem Gruppensieden mit einigen Mädels aus dem Beautykosmos.* Es hat zusammen riesigen Spaß gemacht, wir waren zwar räumlich getrennt, aber durch den Kontakt im Forum wurde vieles ausgetauscht und vor allem auch viel gelacht. Das Grundrezept war vorgegeben mit


65% Olivenöl, 30% Kokosöl und 5% Rizinus. Außerdem die Farben grün, gelb, weiß bzw. Natur und für die Beduftung ein äth. Zitronengrasöl oder PÖ Ginkgo-Limette. Bei der Rezeptentwicklung konnten wir uns zunächst nicht entscheiden, ob man Palmöl aus ökologischen Gründen mit dazu nimmt. Als Alternative wurde Schweineschmalz vorgeschlagen, was aber auch wiederum von einigen aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. wurde. Letztendlich schlug Mini ein Rezept ohne diese beiden Fette vor und damit konnten alle leben und man entschied sich für dieses einfache Basisrezept.


Rezept

Gesamtmasse: 1000 g Öl - CP Seife (Cold Process Soap) - in meiner Blockseifenform

650 g Olivenöl
300 g Kokosöl
50 g Rizinusöl
141 g NaOH (nach Soapcalc 5% ungebundenes Fett)
250 g destilliertes Wasser
3 Teelöffel Zucker
1 Esslöffel Salz
Titandioxid und grünes flüssiges Pigment, Kurkumapulver*, äth. Zitronengras, Grapefruit, Lemon, Patschuli.


Einige Gedanken dazu

Die Seife wurde gestern gesiedet. Das Öl und die Lauge wurden sehr kalt verarbeitet. Sie war schön eingepackt auf meinem Grundofen und hatte auch eine Gelphase. Nach 6 Stunden konnte ich bereits ausformen und nach 8 Stunden habe ich sie geschnitten, da sie schon sehr hart geworden ist. Heute Morgen habe ich die Kanten bearbeitet, da musste ich aufpassen, dass nichts abbricht, weil sie schon ziemlich nachgehärtet war.
Ich werde diese Seife nachsieden, um einige Dinge zu verändern. So stören mich die Luftblasen vor allem im grünen Teil und das Gelbe der Kurkuma muss etwas intensiver werden. Hier wäre zusätzlich eine gelbe Farbe hilfreich gewesen. Die oberste Schicht sollte weiß werden, aber das Zitronengrasöl verfärbt doch ganz schön. Beim nächsten Mal werde ich diese Schicht nicht beduften.


Werte nach Soap Calc für die Eigenschaften der Seife

Soap Bar Quality - Suggested Range - Your Recip
Hardness 29 - 54 35

Cleansing 12 - 22 20

Conditioning 44 - 69 61

Bubbly 14 - 46 25

Creamy 16 - 48 19

Iodine 41 - 70 63

INS 136 - 165 150


Fettsäureverteilung

Lauric 14%
Myristic 6%
Palmitic 12%
Stearic 3%
Ricinoleic 5%
Oleic 47%
Linoleic 9%
Linolenic 1



Anmerkungen

* Kurkuma ist ein beliebtes Heilmittel in der ayuvedischen Medizin. Vor allem das darin enthaltene Cumin besitzt Antioxidantien und antientzündliche Wirkstoffe.

* Link zum Lila Kosmos mit einer Übersicht der Seifen, die beim Projekt entstanden sind.


http://www.beautykosmos.de/forum/viewtopic.php?t=32754&postdays=0&postorder=asc&start=585




 

Mittwoch, 11. Januar 2012

EMULSION - CREME - LOTION

Eine Emulsion besteht aus zwei nicht  miteinander mischbaren Flüssigkeiten (z.B. Wasser und Öl)  die mit Hilfe eines Emulgators eine dauerhafte Verbindung eingehen. Der Emulgator verhindert eine frühzeitige Phasentrennung.  Mayonnaise oder Milch, sind bekannte Beispiele für Emulsionen.
Auch unsere kosmetischen Cremes und Lotionen sind Emulsionen und bestehen aus Lipiden und öllöslichen Bestandteilen  sowie  Wasser und wasserlöslichen Komponenten. Der Einfachheit halber nennen wir sie Fett -und Wasserphase. Diese Einteilung gilt natürlich auch für die prozentuale Berechnung der Fett- und Wasserphase.


Fettphase

1. Öle (z.B. Mandelöl, Sheabutter )
2. Wachse (z.B. Bienenwachs, Beerenwachse)
3. Emulgatoren (z.B. Wollwachs, Stearate, Lecithin)
4. Konsistenzgeber ( z.B. Cetylalkohol)
5. Öllösliche (lipophile)  Wirkstoffe ( z.B. Vitamin E, Ascorbylpalmitat) 


Wasserphase

1. Wasser
2. Konservierungsstoffe (z.B. Alkohol)
3. Pflanzenextrakte ( z.B. Tinkturen, Hydrolate)
4. Verdickungsmittel ( z.B. Xanthan, Alginate)
5. NMF Stoffe ( z. B. Glycerin, Urea, Milchsäure, Hyaluron )
6. Wasserlösliche (hydrophile) Wirkstoffe  (z.B. Panthenol, Magnesiumascorbylphosphat)
7. Verdickungsmittel ( z.B. Xanthan, Alginate)


Die meisten Hobbyrührer rechnen die Wirkstoffe unabhängig von ihrer Löslichkeit zur Wasserphase. Bei geringen Mengen wird das auch keinen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben, obwohl es streng genommen falsch ist.   Wenn allerdings 10% eines fettlöslichen Wirkstoffes, z.B.  Vitamin E (Tocopherol) hinzu kommen,  ist es ratsam den Wirkstoff der Fettphase zuzuschlagen.

Übersicht und Einteilung der Lipide:
http://www.chemieunterricht.de/dc2/milch/lipide.htm

Freitag, 6. Januar 2012

SAVON LIQUID


Diese  flüssige Seife ist  für alle, die das Seifenstückchen nicht so gerne unter die Dusche mitnehmen.
Die Mischung besteht aus 15%  Seifenflocken,  Lavendelhydrolat, Glycerin und 20% Aprikosenkernöl.  Melissengeist übernimmt die Konservierung  und Xanthan gibt die notwendige Konsistenz.  Die Seife riecht nach  Amber und  Orange und die pastellige warme Pfirsichfarbe kommt von Orangenöl, Sanddornfruchfleischöl und etwas roter Lebensmittelfarbe.

Zitat aus
http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/problemhaut/verhornungsstoerungen-hautgerechte-pflege.html
von Dr. Lautenschläger

......Ein wichtiger Punkt ist die Hautreinigung. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass keine Substanzen des Reinigungsmittels auf der Haut verbleiben (z. B. Rückfetter), um die Effektivität weiterer Behandlungen wie Pflegecremes und Packungen nicht zu beeinträchtigen. Die eingesetzten waschaktiven Substanzen (Tenside) sollten möglichst mild für die Haut sein.
 In vielen Fällen sind stark verdünnte Seifenlaugen, bestehend aus den Alkalisalzen physiologischer Säuren wie Palmitin- und Stearinsäure, besser geeignet als moderne Flüssigseifen


SEIFENABLAGE


Diesen schönen Naturstein habe ich in der Abfallkiste eines Natursteinbetriebes gefunden. Mit einigen Handgriffen  ist eine praktische Seifenablage für runde Seifen geworden.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

PURAOLIO


So sieht meine WeihnachtsSternenseife  nach einem Tag aus. Sie wurde bereits angewaschen und schäumt  sogar ein wenig. Die Farbe verändert sich. Gestern war sie noch gelb.

Mit dieser Seife habe ich sehr lange gewartet, bis ich mich dazu entschloss  sie  zu sieden.  Das Rezept geht von einem sehr reduzierten Wasseranteil aus und enthält auch keine festen Schaumfette.  Die Seife kam heute  um 13.00 Uhr  in die Form und um 17.00 Uhr  konnte ich sie schon ausformen.  Bei dem Rezept habe ich mich an ein Rezept von @jo  gehalten, welches sie im Beautykosmos veröffentlicht hat.

Vielen Dank an alle , die an diesem Thread "Seifen mit Flüssigölen  und reduziertem Wasser " im Beautykosmos  mitgearbeitet haben. Eure Erfahrungen haben mir bei der Herstellung sehr geholfen. Ganz besonderen Dank an Jo, deren Seife ich auch ausprobieren durfte und die viel schöner als meine aussieht.



Rezept für die WeihnachtsSternenseife mit 500 g Ölen.

  • 75% Olivenöl – kaltgepresst – 375 g
  • 22% Avocadoöl – kaltgepresst – 110 g
  • 3% Rizinusöl – raffiniert – 15 g
  • 80 g destilliertes Wasser
  • 64 g NaOH für 500 g Öl  ergibt eine Seife mit 5% Überschussfett  nach dem Soapcalc-Rechner.*
  • 8 ml Seidenprotein
  • 10 ml äth. Öle ( eine Mischung aus Vetiver und Benzoe)
  • 2 Teelöffel Zucker
  • 1Teelöffel Salz 

Herstellung

Die Lauge und die Öle werden kalt verarbeitet.
Die Öle hatten bei mir  Raumtemperatur und die Lauge beim Zusammenrühren mit dem Öl noch  mind. 50°C.  Das Andicken erfolgt  langsam und erst durch die Zugabe der ätherischen Öle, die mit ein wenig Öl und dem Seidenprotein vermischt werden, bekommt die Lauge ziemlich schnell eine „Spur“.
Den Stabmixer habe ich nur sehr sparsam eingesetzt und lieber mit dem Kochlöffel gerührt.
Der Seifenleim wird in Einzelförmchen gegossen und für mind. 4 Stunden, isoliert an eine warme Stelle gestellt. Bei sehr filigranen Formen würde ich die Seife erst nach 10 Stunden ausformen.

* Bitte NaOH Angaben bei Rezepten immer noch Mal selbst überprüfen!